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DAS IKON

Ein New7Wonder und Symbol von Rio

Wie ein religiöses Monument aus den 1930er-Jahren zum weltweiten Symbol für ein ganzes Land wurde – und was die New7Wonders-Abstimmung von 2007 tatsächlich war, und was sie ganz klar nicht war.

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Die Abstimmung im Jahr 2007 – und was sie wirklich war

Im Juli 2007 wurde die Christusstatue auf dem Corcovado zu einem der Neuen Sieben Weltwunder gekürt – neben Stätten wie der Großen Mauer und Machu Picchu. Dabei lohnt es sich, genau zu betrachten, was das eigentlich war: eine weltweite öffentliche Abstimmung, organisiert von einer privaten Schweizer Stiftung, entschieden durch viele Millionen Stimmen, die online und telefonisch abgegeben wurden. Es handelte sich um eine Beliebtheitskampagne, nicht um eine akademische oder staatliche Auszeichnung, und sie fand außerhalb des Systems der Vereinten Nationen statt. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn das Ergebnis wird ständig – und verständlicherweise – mit einer offiziellen Welterbe-Listung verwechselt, die es nicht ist. Was die Abstimmung jedoch wirklich eingefangen hat, ist die außergewöhnliche globale Bekanntheit dieser Statue.

Warum es kein UNESCO-Weltkulturerbe ist

Das hartnäckigste Missverständnis ist, dass das Ergebnis der New7Wonders die Statue zum UNESCO-Weltkulturerbe gemacht habe. Das ist nicht der Fall – die beiden Dinge sind vollkommen getrennt voneinander, und die New7Wonders-Stiftung steht in keiner Verbindung zur UNESCO. Die Statue besitzt durchaus einen echten Schutzstatus, aber von anderer Art: Sie wurde 2001 als brasilianisches Nationales Historisches Erbe eingetragen und steht im Tijuca-Nationalpark, der selbst ein geschütztes Naturschutzgebiet ist. Wenn Sie die präzise Kurzfassung möchten, lautet sie: eine international geliebte Ikone, ein national geschütztes Denkmal und der Sieger einer privaten globalen Abstimmung – aber für sich genommen kein UNESCO-Eintrag.

Ein ganzes Land stand dahinter

Die Kampagne von 2007 wurde in Brasilien zu einer echten nationalen Sache. Medien, Unternehmen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens riefen die Menschen zur Stimmabgabe auf, und das Bestreben, die Statue gekrönt zu sehen, wurde zu einem Moment gemeinsamen Stolzes. Diese Mobilisierung gehört zur modernen Geschichte der Statue: Sie war bereits das Symbol Rios, doch die Kampagne festigte ihren Status als Symbol ganz Brasiliens – etwas, hinter das das gesamte Land treten konnte. Was auch immer man von der Methodik der Abstimmung hält, die Begeisterung, die sie auslöste, war echt, und sie vertiefte die Bindung zwischen dem Monument und der nationalen Identität, die es im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts verkörpern sollte.

Religiöses Monument, bürgerliches Wahrzeichen

Die Statue wurde als Akt des Glaubens konzipiert – eine Christusfigur, finanziert durch eine katholische Sammlung und bei ihrer Einweihung gesegnet – und sie bleibt ein religiöses Monument, mit einer Kapelle zu Ehren von Nossa Senhora Aparecida, Brasiliens Schutzpatronin, die 2006 an ihrem Sockel geweiht wurde. Doch im Laufe der Jahrzehnte ist sie auch zu einem bürgerlichen Wahrzeichen geworden, das weit über die Kirche hinausreicht: Hier markiert die Stadt Momente der Feier und der Trauer, hier wird sie in Farben für Anliegen und Tragödien erleuchtet, und hier scheint sie mit ausgebreiteten Armen die ganze Stadt zu umfangen. Diese doppelte Identität – zugleich heilig und bürgerlich – ist ein wesentlicher Grund dafür, warum sie so breite Resonanz findet.

Das Bild, das für Rio steht

Nur wenige einzelne Objekte stehen so für eine Stadt wie dieses hier. Die Silhouette mit den offenen Armen auf dem Gipfel ist zur visuellen Abkürzung für Rio geworden, und oft für ganz Brasilien – sie erscheint in Filmen, Nachrichtensendungen, Karnevalsbildern und unzähligen Establishing Shots, sobald eine Geschichte in die Stadt wechselt. Sie wurde angestrahlt, aus jedem Winkel gefilmt und auf allem reproduziert, von Postkarten bis zu Eröffnungszeremonien. Ein Teil der Wirkung liegt in der Pose selbst: eine einladende, umarmende Geste, die sich aus fast jeder Entfernung sauber gegen den Himmel fotografieren lässt. Die Statue sitzt nicht nur in Rios Skyline – für einen Großteil der Welt ist sie Rios Skyline.

Eine Ikone, aus nächster Nähe

All das kann das Original seltsam vertraut wirken lassen, bevor man ankommt – das ist eine eigene kleine Falle: Es ist leicht, den Besuch als bloßes Abhaken eines Bildes zu behandeln, das man bereits kennt. Doch sie belohnt es, langsamer zu machen. Am Sockel stehend, verleihen der Maßstab der Specksteinfigur, der Wind auf 700 Metern, die Menge aus jedem Land, die genau das tut, was man selbst tut, und die Stadt, die unter einem abfällt, der Ikone eine physische Präsenz, die kein Foto trägt. Die Statue hat sich ihren Platz unter den New7Wonders durch Wiedererkennbarkeit verdient, doch was den meisten Besuchern bleibt, ist nicht der Ruhm – es ist die schlichte Tatsache, unter etwas so Großem zu stehen, an einem so dramatischen Ort.

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